Baumit

Ideen mit Zukunft

IdeenSchmiede für Europa

Das neue Innovationszentrum kann als das modernste Baustofflabor Europas bezeichnet werden.

IdeenSchmiede für Europa

 

Als Baumit sein Hightech-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Österreich eröffnete, war das nicht nur ein Quantensprung für den Konzern, sondern auch für die europäische Baustoffindustrie. Das neue Innovationszentrum kann als das modernste Baustofflabor Europas bezeichnet werden. Von hier kommen Innovationen für über 25 Baumit-Länder. Wir haben mit Baumit International Direktor Alfred Gsandtner und dem Leiter des Kompetenzzentrums Dr. Jürgen Lorenz über das Vorzeigeprojekt gesprochen.

 

Baumit: Herr Direktor Gsandtner, Sie sind bei Baumit ein Mann der ersten Stunde und haben das Geschäft in den Baumit Ländern Asiens und Europas wesentlich beeinfl usst und entwickelt. Welche Bedeutung hat dieses Innovationszentrum für Sie persönlich und für den Konzern?

 

Gsandtner: Baumit zählt schon lange zu den Innovationsführern in der Baustoffbranche. Innovative Produktentwicklungen sind unser Erfolgsmotor, schließlich haben wir es uns bereits vor Jahren zum Ziel gesetzt, 20 Prozent des Umsatzes mit Produkten zu machen, die nicht älter als fünf Jahre sind. Einer der Leitsätze unseres Unternehmens ist: „Was wir machen, hat Zukunft.“ mich persönlich macht ein Projekt wie dieses sehr stolz auf unser Team.

 

Baumit: Herr Dr. Lorenz, man sagt, Innovation sei der Schlüssel zum Wachstum. Ist der Baumit-Forschergeist der Grund für den anhaltenden Erfolg in Europa?

 

Lorenz: Wir haben und hatten immer vor, in Europa zu den Top-Playern zu gehören. Eine Vielzahl an innovativen Produkten, wie z.B. der Baumit StarTrack haben in den letzten Jahren einen Erfolgszug um die Welt angetreten und uns immer wieder einen Vorsprung gegenüber dem mitbewerb verschafft. Das Baumit Innovationszentrum ist ein Garant dafür, dass wir Innovationsvorreiter in der Baubranche bleiben.

 

Baumit: Also ein Know-how Lieferant?

 

Gsandtner: Ja, genau das macht das neue Innovationszentrum aus – Forschung, die um die Welt geht, also genau genommen in fast 30 Baumit-Ländern genutzt wird.

 

Baumit: Eine Forschungszentrale für über 30 Länder, was sind die konkreten Leistungen von einem derartigen „Superlabor“?

 

Lorenz: Wir können bauphysikalische Prozesse simulieren und nachweisen, energetische Vorgänge an der Fassade messen und optimieren. Um dabei bis an die Grenzen der Baustoffe zu gehen, können wir in abgeschlossenen Systemen die gesamte Bandbreite des Klimas simulieren und an Bauteilen austesten.

 

Baumit: Und auf welche Neuheit im Innovationszentrum sind Sie besonders Stolz Herr Dr. Lorenz?

 

Lorenz: Dass unsere Klimaräume ganze Gebäudewände aufnehmen können. Über den Computer gesteuert werden von künstlicher Sonnenbestrahlung bei 80 °C hitze oder über tagelange Beregnung bis hin zu einer Abkühlung auf minus 20 °C Situationen simuliert, aus denen wir für die Produktentwicklung viel lernen können. Damit werden Bedingungen geschaffen, wie wir sie beispielsweise in der Türkei oder in der Ukraine vorfi nden.

 

Baumit: Wie können sich unsere Leser die Dimensionen des neuen F&E-Zentrums denn in etwa vorstellen?

 

Gsandtner: 6,5 millionen Euro wurden in den vergangenen 18 monaten in das Forschungszentrum der Superlative investiert. So dreht sich ab sofort auf rund 3.000 Quadratmetern Nutzfläche alles um Fassaden, Putze, Farben, Spachtelmassen und Estrichsysteme. Für die Entwicklung neuer Produkte gibt es nun die besten Bedingungen.

 

Baumit: Wenn man in Zeiten wie diesen so viel Geld in die Hand nimmt, muss sich das auch rechnen. Wie sind Ihre Erwartungen?

 

Lorenz: Die Erwartungen an das F&E-Team sind entsprechend hoch. Großes Potential sehe ich vor allem in intelligenten Fassadensystemen. Synergien erhoffen wir uns auch durch die räumliche Zusammenlegung der Trockenund Nassabteilungen. Da die Teams nun enger zusammenarbeiten, wirkt sich das wieder auf die Kreativität extrem befruchtend aus.

 

Baumit: Wenn ein Baustoffkonzern ein innovatives Gebäude für sich selbst baut, dann ist es wohl State-of-the Art?

 

Gsandtner: Das Baumit Innovationszentrum wurde selbstverständlich nach dem neuesten Stand der Technik errichtet. Dass wir vom Keller bis zum Dach Baumit Innovationen zur Anwendung gebracht haben, versteht sich von selbst. Aber auch Top-Produkte, die erst in den kommenden Jahren im Baumit Programm angedacht sind, wurden bereits hier verarbeitet. Auch Nachhaltigkeit wird bei Baumit „Groß“ geschrieben. Von der Baukörpergeometrie sowie Nutzung der Betonkernaktivierung zum heizen und Kühlen des Gebäudes. Alles in allem ist das Innovationszentrum sicher eines der modernsten europaweit.

 

Baumit: Was erwarten Sie sich konkret vom neuen Innovationszentrum?

 

Gsandtner: Es geht um unsere Kunden, für die wir Vorteile entwickeln wollen. Forschung ist bei uns nicht Selbstzweck, denn die Bedürfnisse der Kunden und des Marktes stehen im Vordergrund. Ich denke, dass wir aufgrund der hochmodernen Ausrüstung unserer Labors die Entwicklungszeiten bei den Forschungsprojekten reduzieren können, umso schneller am Markt agieren zu können.

 

Baumit: Wie wichtig ist der Faktor Mensch im neuen F&E-Zentrum?

 

Lorenz: Trotz aller modernen Technik sind natürlich die Mitarbeiter unser größtes Kapital. Wer hier motiviert und kompetent ist, kann es auch weit bringen. Unsere stellvertretende Laborleiterin, Frau DI Katharina Böck, ist z.B. erst 29 Jahre alt und bereits seit diesem Jahr in der F&E-Abteilung tätig.

 

Baumit: Können Maschinen Menschen ersetzen?

 

Lorenz: Natürlich nicht. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen: Das hochmoderne Spektrophotometer kann die Reflexion der eingelesenen Farbmuster messen, die Farbtöne werden mittels eines Rechenprogrammes rezeptiert. Dieses Gerät kann aber nie die visuelle Kontrolle eines Farbexperten ersetzen.

 

Baumit: Diese Geräte wollen wir uns einmal näher anschauen und sind schon sehr gespannt auf eine Führung durch die neue Ideenschmiede.

Danke für das interessante Gespräch

 

Frau DI Böck bei der optischen Prüfung von Putzstrukturen

 

Viele Innovationen bei Baumit werden mit hilfe von modernen Forschungsgeräten, wie z.B. dem Glühofen für Thermoanalysen erst richtig „feingeschliffen“. Gerade solche Anlagen sind im Forschungsbereich ein wichtiger Baustein im Innovationsreigen. Aber auch die Forscher, die direkt vor Ort arbeiten, sind maßgeblich am Erfolg beteiligt. So wie Frau DI Böck, welche als Biotechnologin Produkte aus dem pastösen Bereich entwickelt. Innovationen bei Baumit unterliegen generell einem hohen Qualitätsanspruch und werden auch auf Herz und Nieren geprüft.

Die Qualitätsstandards in der Forschung sind hart – mind. 500 Versuche werden monatlich im Innovationszentrum durchgeführt. Nach monatelangen Tests sichern sich jene Produkte schlussendlich die „Platzreife“, die sich auf der der Versuchsbaustelle bewähren. Nachdem gerade Time to market im Innovationssektor eine große Rolle spielt, kann durch die selbst durchgeführten Testreihen der Forscher, wertvolle Zeit eingespart werden. Zeit, die Baumit nicht an seine Konkurrenten verschenkt.